Geschichte der Initiative

Die Myanmar Initiative e. V. wurde 2011 von Freundinnen und Freunden der Menschen in Myanmar in Berlin gegründet. Viele der Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet haben über Jahre hinweg die Situation in Myanmar (früher Burma) selbst kennengelernt. Durch vielfältige persönliche Begegnungen und Kontakten zu verschiedenen kirchlichen und sozialen Organisationen wurden wir vom Leiden und der Not der Menschen aber auch von ihrem Zusammenhalt und ihrem Überlebenskampf berührt. Wir gewannen Einblicke in die Probleme der Gesellschaft in Myanmar und sahen die Notwendigkeit und Möglichkeit uns zu engagieren.

Myanmar wird seit 1962 von verschiedenen Militärregierungen regiert, welche das Land international isolierten, seine Entwicklung behinderten und zu gewaltsamer Unterdrückung und Bürgerkrieg führten. Die zeitweiligen Hoffnungen auf eine demokratische Entwicklung wurden durch den Putsch des Militärs am 1.Februar 2021 gegen die demokratisch gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zunichte gemacht., deren Partei, die National League for Democracy (NLD), bei der Wahl im November 2020 einen überwältigenden Sieg errungen hatte.

Die Myanmar Initiative versucht, Verbindungen zwischen Menschen, Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen Einrichtungen aufzubauen. Der Verein hat seither in Myanmar verschiedene Initiativen angestoßen, z.B. Seminare zur Stärkung von Frauen in der Wahrnehmung ihrer Rechte, die Gründung von überkonfessionellen und interreligiösen psychosozialen Beratungsstellen und die Ausbildung und Qualifizierung von Beraterinnen zur psychosozialen Unterstützung der Bevölkerung im Umgang mit ihren seelischen und existenziellen Notlagen, mit Traumatisierungen und Gewalterfahrungen. Das entwicklungspolitische Leitziel unserer Arbeit ist es, in verschiedensten Bereichen Prozesse der Selbsthilfe und Selbstorganisation anzuregen und zu befördern. Ausgangspunkt aller von uns geförderten Vorhaben sind immer die Nöte, Problemanalysen, Anliegen und Bedarfe für die sich Menschen in Myanmar engagieren und deren selbstverantwortliches Wirken wir unterstützen möchten.

Seit über 10 Jahren fördert der Verein ein Dorfentwicklungsprogramm für fünf Dörfer in der entlegenen Thangkaai Region im nordwestlichen Teil von Myanmar im Chin-Staat an der Grenze zu Mizoram in Indien. Diese abgelegenen Dörfer verfügen über eine absolut mangelhafte öffentliche Infrastruktur: Die Wasserversorgung wurde mit Mitteln der Myanmar Initiative ausgebaut. Die Myanmar Initiative engagiert sich ausgehend von den Problemanalysen der Dorfbevölkerung für den Aufbau von Bildungseinrichtungen sowie für Basiseinrichtungen zur Gesundheitsversorgung. Die Region liegt im Bürgerkriegsgebiet. Das Leben der Dorfbewohner*innen ist von den kriegerischen Kämpfen ständig bedroht.

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